Kaltenkirchen ist mit etwas mehr als 23.000 Einwohnern und Einwohnerinnen eine Mittelstadt im Kreis Segeberg in Schleswig-Holstein und Teil der Metropolregion Hamburg. Wie viele wachsende Städte steht Kaltenkirchen vor der Aufgabe, weitere Entwicklung mit einer zukunftsfähigen, klimaneutralen Wärmeversorgung in Einklang zu bringen.
Ausgangssituation & Aufgabe
Mit der Einführung des bundesweiten „Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetz„, wurden die meisten Städte und Gemeinden in Deutschland zur Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung verpflichtet. Als Stadt in Schleswig-Holstein galt diese Pflicht für Kaltenkirchen jedoch bereits viel früher, bedingt durch die Regelungen im dortigen Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG SH).
Kommunale Wärmeplanung Kaltenkirchen: Vorgehensweise
Ende 2024 beauftragte die Stadt Kaltenkirchen Averdung Ingenieure & Berater in Kooperation mit ZEBAU – Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt mit der Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung gemäß § 7a Klima- und Energiegesetz Schleswig-Holstein (KEG SH) und den Anforderungen des Bundesgesetzes zur Wärmeplanung und Dekarbonisierung der Wärmenetze (WPG). Averdung und ZEBAU analysierten in einem ersten Schritt die aktuelle Wärmeversorgung, Gebäudestruktur und Energieverbräuche im Stadtgebiet. Darauf aufbauend wurde ein sektorübergreifendes Zielbild für 2040 entwickelt – einschließlich einer Aufteilung in Wärmenetzpotenzialgebiete und Gebiete der dezentralen Versorgung.
Ergebnis
Der rund 150 Seiten starke Endbericht weist für Kaltenkirchen einen jährlichen Wärmebedarf von 210 GWh aus. Daraus entstehen im Wärmesektor rund 53.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. Um den Bedarf zu senken und schließlich klimaneutral zu decken, werden eine beschleunigte Gebäudesanierung, eine dezentrale Wärmeversorgung mit Wärmepumpen und in einigen Gebieten mit hoher Wärmedichte neue Wärmenetze empfohlen. Parallel werden die bestehenden Wärmenetze durch die Betreiber dekarbonisiert und hinsichtlich ihrer Erweiterungsmöglichkeiten geprüft. Die Potenzialanalyse weist neben Luft-Wärmepumpen außerdem geringe Möglichkeiten zur Nutzung von Abwasserwärme aus.

Für eine klimaneutrale Versorgung sollten möglichst viele der Gebäude in geeigneten Gebieten an Wärmenetze angeschlossen werden. Gute Voraussetzungen für Wärmenetze gibt es vor allem im Stadtzentrum, in mehreren Wohngebietsclustern sowie rund um die Grundschule am Lakweg. Darüber hinaus werden dezentrale Lösungen eine bedeutende Rolle spielen.
DR. Helmut Adwiraah, Projektleiter
Parallel erarbeitet die Stadt ein integriertes Klimaschutzkonzept. Es ergänzt die Wärmeplanung um sektorenübergreifende Maßnahmen zu Mobilität, Konsum, Klimaanpassung und Begrünung – mit Fokus auf konkrete Schritte und die aktive Einbindung lokaler Akteurinnen und Akteure.
Mehr Informationen zur kommunalen Wärmeplanung Kaltenkirchen stellt die Stadt auf ihrer Website zur Verfügung.
Projektpartner
Leistungen für die KWP Kaltenkirchen
- Bestandsanalyse
- u.a. Gebäudestruktur
- Neubauplanungen
- Kommunale Liegenschaften
- Energieverbräuche
- Bedarfsprognose
- Potenzialanalyse, u.a.
- Geothermie
- Geothermie
- Luftwärme
- Industrielle Abwärme
- Solarthermie
- Photovoltaik (PV)
- Zielszenario
- Räumliches Konzept
- Maßnahmenprogramm
- Übergeordnete Maßnahmen
- Wärmenetzmaßnahmen
- Maßnahmen für dezentrale Versorgung
- Monitoringkonzept
- Partizipativer Prozess
- Förderkulisse und Gesetzesrahmen
Vielen Dank für das Beitragsbild: ©„Kaltenkirchen – Brunnen“ von Staro1, lizenziert unter CC BY-SA 3.0