Der Landkreis Uelzen in Niedersachsen führt verschiedene Berufsschulstandorte zu einem neuen Campus zusammen. Mit dem neuen Campus entsteht eine moderne Bildungseinrichtung, die auch im Hinblick auf eine nachhaltige Wärmeversorgung als Vorbild dienen soll. Averdung Ingenieure & Berater entwickelten das Energiekonzept zur nachhaltigen Wärmeversorgung und führten die Machbarkeitsstudie für ein lokales Nahwärmenetz durch. In den Folgeprojekten übernahm Averdung außerdem die Fachplanung der Energieinfrastruktur sowie der technischen Ausstattung eines rezykliergerechten Neubaus.
Ausgangssituation & Aufgabe
Im Südosten von Uelzen befanden sich die berufsbildenden Schulen bislang an mehreren, räumlich getrennten Standorten. Die Stadt, bzw. der kommunale Träger, suchte nach einer Möglichkeit, diese zentral an einem Campus zusammenzuführen. Neben funktionalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten stand von Beginn an die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung im Fokus. Averdung wurde mit der Erarbeitung eines zukunftsweisenden Energiekonzepts sowie einer Machbarkeitsstudie für ein Nahwärmenetz beauftragt.
Vorgehen & Inhalte
Aufgabe war die Entwicklung eines Nahwärmenetzes zur effizienten und umweltverträglichen Wärmeversorgung aller Gebäude. Dabei sollten die lokalen erneuerbaren Energiepotenziale wie z.B. Geothermie oder Solarthermie mitberücksichtigt werden.
Auf Grundlage dieser Analyse wurden verschiedene Varianten der Wärmeerzeugung erstellt und hinsichtlich technischer Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit bewertet. Die Machbarkeitsstudie zeigte mehrere Varianten auf und führte zu einer klar favorisierten Lösung, die sich als besonders geeignet für den Standort erwies.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die geothermische Wärmebereitstellung über ein Erdwärmesondenfeld. Das charakteristische Lastprofil einer Bildungseinrichtung – mit hohem Wärmebedarf tagsüber und geringem Verbrauch am Abend – ermöglicht die aktive Regeneration des Erdreichs. Dies hilft, die Anzahl an Erdwärmesonden und somit die Investitionskosten deutlich zu senken. Diese Variante wurde mittels dynamischer Simulationen optimiert und in ein detailliertes Plankonzept überführt. Ergänzend wurde die Integration von Photovoltaikanlagen auf den Gebäudedächern geprüft.


ermöglicht die Regeneration des Erdreichs.
Ergebnis
Die Stadt Uelzen entschied sich für die Zusammenführung der Schulstandorte in der Wilhelm-Seedorf-Straße und die Umsetzung der in der Machbarkeitsstudie empfohlenen Vorzugsvariante – ein Nahwärmenetz mit geothermischer Wärmebereitstellung.
Leistungen
- Begleitung Energiekonzept Neubau
- Betreiberkonzept für Wärmenetz und Stromerzeugung durch PV und Sektorenkopplung
- Fördermittel für das Nahwärmenetz
- Wärmeerzeugung/-Verteilung
- Biomasse Detailanalyse
- Plausibilisierung Geothermiepotenzial
- Solarenergie im Neubau und Bestand
- CO2-Bilanzen / Controlling
Besonderheiten
- Besonderes Schullastprofil
- Bivalenter Wärmepumpenbetrieb
- Schwerpunkt auf Geothermie
- Regeneration vom Erdsondenfeld
Weitere Projekte für den Berufsschulcampus Uelzen
Fachplanungen für Energiezentrale und Wärmeversorgung
Technische Gebäudeausrüstung für einen rezykliergerechten Neubau
Vielen Dank für das Beitragsbild: © ppp Architekten und Stadtplaner