U-Bahn Langenhorn Nord

Energetisches Quartierskonzept für Langenhorn-Nord: Wärmenetz-Potenziale und umsetzungsorientierte Maßnahmen für Hamburgs Wärmewende

Für das Quartier Essener Straße in Langenhorn-Nord entwickelte Averdung gemeinsam mit ZEBAU ein energetisches Quartierskonzept mit klarem Umsetzungsfokus. Ziel war es, konkrete Maßnahmen zur CO₂-Reduktion, zur zukünftigen Wärmeversorgung und zur strategischen Weiterentwicklung des Quartiers in Hamburg aufzuzeigen.

Problemstellung & Ziel

Mit Langenhorn-Nord wurde ein Quartier betrachtet, das durch sehr unterschiedliche Gebäudetypologien und Baualtersklassen geprägt ist: von drei- bis viergeschossigen Wohnzeilen über Reihenhäuser bis hin zu Einfamilien- und Doppelhäusern aus den 1950er- bis 1970er-Jahren. Für diese heterogene Struktur sollte im Rahmen des KfW-Förderprogramms 432 ein energetisches Quartierskonzept entwickelt werden, das realistische und wirtschaftlich tragfähige Wege zur Senkung von Energieverbrauch und CO₂-Emissionen aufzeigt.

Zentrales Ziel war es, eine belastbare Grundlage für die weitere Wärmewende im Quartier zu schaffen. Dazu gehörte insbesondere die Frage, welche Teilbereiche sich perspektivisch für eine wirtschaftlich attraktive gewerbliche Wärmelieferung eignen und wie bestehende Gebäudenetze zu einem neuen Wärmenetz verbunden werden könnten. Damit adressiert das Projekt zentrale Themen wie energetische Quartierskonzepte und die strategische Dekarbonisierung von Wärmenetzen.

Aufgabe & Vorgehen

Averdung erarbeitete gemeinsam mit ZEBAU ein umsetzungsorientiertes Konzept mit mehreren fachlichen Bausteinen. Dazu zählten die Ist-Analyse, die Energie- und CO₂-Bilanz, Potenzialanalysen sowie Wirtschaftlichkeitsanalysen. Ergänzend wurden Hemmnisse und Lösungsansätze herausgearbeitet, um die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht nur technisch, sondern auch strategisch einordnen zu können.

Wärmeversorgung für unterschiedliche Gebäudestrukturen

Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Entwicklung eines zukunftsfähigen Wärmeversorgungskonzepts für die unterschiedlichen Teilräume des Quartiers. Für Bereiche mit größeren zusammenhängenden Gebäudestrukturen zeigte das Konzept Perspektiven für ein neues Wärmenetz auf, das bestehende Gebäudenetze der ansässigen Wohnungsunternehmen miteinander verbinden kann.

Für Reihenhäuser und Einfamilienhäuser wurde dagegen eine dezentrale Wärmeversorgung mit Luft-Wärmepumpen empfohlen. Als potenzielle Quelle für die zukünftige Wärmeversorgung wurden Umweltwärmequellen untersucht. Eine Freifläche im Südosten des Quartiers bietet dafür ausreichendes Potenzial. Damit liefert das Konzept eine umsetzungsnahe Grundlage für die weitere Entwicklung eines Nahwärmenetzes beziehungsweise einer quartiersbezogenen Wärmeinfrastruktur.

Akteursbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit

Ein weiterer zentraler Bestandteil war die begleitende Akteursbeteiligung. Im Rahmen der Konzepterstellung und des anschließenden Sanierungsmanagements fanden regelmäßige Jour fixe, Abstimmungen mit Wohnungsunternehmen sowie Öffentlichkeitsveranstaltungen statt. Zusätzlich wurden die Ergebnisse in einem Bericht und einer Kurzbroschüre aufbereitet. Damit entstand nicht nur ein Fachkonzept, sondern auch eine belastbare Kommunikationsgrundlage für die nächsten Umsetzungsschritte.

Ergebnisse & Fazit

Das Quartierskonzept zeigt für Langenhorn-Nord konkrete Wege zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung auf. Besonders relevant ist die empfohlene Kombination aus zentralen und dezentralen Versorgungslösungen: ein potenziell wirtschaftliches Wärmenetz für geeignete Quartiersteile und Luft-Wärmepumpen für kleinteiligere Gebäudecluster.

Mit rund 6.800 Einwohner:innen auf einer Fläche von etwa 110 Hektar besitzt das Projekt hohe Relevanz für die Wärmewende in Hamburg. Das Konzept liefert damit eine belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung von Langenhorn-Nord im Kontext von energetischer Stadtsanierung, Quartiersentwicklung und klimaneutraler Wärmeversorgung.

Im nächsten Schritt unterstützt Averdung Ingenieure & Berater das Projekt im Vergabeverfahren für ein Wärmeliefercontracting.

Leistungen

  • Ist-Analyse
  • Energie- und CO₂-Bilanz
  • Potenzialanalysen
  • Wirtschaftlichkeitsanalysen
  • Hemmnisse und Lösungsansätze
  • Öffentlichkeitsveranstaltungen
  • Bericht und Kurzbroschüre

Besonderheiten

  • Entwicklung eines Konzepts für ein neues Wärmenetz
  • Verbindung bestehender Gebäudenetze zu einem neuen Wärmenetz
  • Kombination aus zentraler Wärmenetz-Perspektive und dezentralen Luft-Wärmepumpen
  • Umfangreiche Akteursbeteiligung mit Wohnungsunternehmen und Öffentlichkeit

Danke für das Beitragsbild! ©Vitavia, Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)