Die Potenzialflächenanalyse konkretisiert die kommunale Wärmeplanung (KWP) und identifiziert realistisch nutzbare Flächen und Wärmepotenziale für die Umsetzung. Ein speziell entwickeltes Tool schafft eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Projekte wie Nahwärmenetze und Transformationspläne.
Ausgangslage & Aufgabe: Von der kommunalen Wärmeplanung zur Umsetzungsbasis
Nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung bestand in der Stadt Lübeck der Bedarf, die vorhandenen Ergebnisse auf ihre konkrete Umsetzbarkeit und notwendige Dimensionierung zu prüfen sowie räumlich zu präzisieren. Die Averdung Ingenieure & Berater GmbH wurde hierfür mit einer Potenzialflächenanalyse beauftragt. Ziel war der Aufbau einer belastbaren Datengrundlage, um Projekte wie Transformationspläne oder Nahwärmenetze gezielt auf realistisch geeignete Flächen ausrichten zu können.
Vorgehen: Datenanalyse und Flächenbewertung
Das Team um Projektleitung Carsten Schütt stellte zunächst alle relevanten Datenpakete zusammen und identifizierte Potenzial- und Einschränkungsflächen. Berücksichtigt wurden dabei Vorgaben des Denkmalschutzes sowie des Natur- und Wasserschutzes. Mithilfe einer skriptbasierten Verschneidung der Kriterien wurden anschließend ungeeignete Flächen systematisch ausgeschlossen.
Die verbleibenden Flächen bewertete Averdung hinsichtlich spezifischer Vorgaben und lokaler Gegebenheiten wie Schallschutz und Grenzwerte nach TA Lärm (LWP), Wärmeleitfähigkeiten, Platzbedarf, sowie Wasser- und Bodenschutz. Betrachtet wurden dabei auch die in der KWP der Hansestadt Lübeck vorgesehenen Technologien, wie Luft-Wärmepumpen, oberflächennahe Geothermie, Freiflächen-Solarthermie und Erdbeckenspeicher.
Parallel erfolgte die Ermittlung realistischer Leistungsbedarfe unter Berücksichtigung der Gleichzeitigkeit. Dabei wird berücksichtigt, dass einzelne Wärmeverbraucher ihre maximale Leistung nicht gleichzeitig abrufen, sondern sich Lastspitzen zeitlich überlagern und der tatsächliche Gesamtleistungsbedarf eines Wärmenetzes dadurch unter der rechnerischen Summe der Einzelspitzen liegt. Darauf aufbauend erfolgten technische Potenzialabschätzungen für alle geeigneten Flächen. Der Bezug zu den Wärmenetzgebieten wurde hergestellt und mögliche Deckungsanteile ermittelt, um die untersuchten Flächen belastbar und praxisnah zu bewerten.



Ergebnis: Tool für die Umsetzung kommunaler Wärmewende-Projekte
Zum Abschluss des Projekts übergaben die Berater:innen und Ingenieur:innen der Hansestadt Lübeck eine transparente, reproduzierbare und praxisnahe Analyse der Potenzialflächen. Eine erstellte Datenbank dient als einfaches Tool, mit dem die verschiedenen notwendigen Daten wie möglicher Ertrag, Spitzenleistung, Deckungsgrad oder Leistungsbedarf und die jeweils erforderlichen verwaltungsinternen Abstimmungspartner ermittelt werden können. So können in weiteren Projekten Flächen schnell identifiziert und Abstimmungsbedarfe konkret an der richtigen Stelle angefragt werden.

Das Ziel war, von einer übergreifenden Strategie zu einer fundierten Datenbasis zu kommen, um Projekte der Wärmewende zu ermöglichen und diese Daten einfach und in den verschiedenen benötigten Detaillierungsgraden nutzbar zu machen. Das eigens für Lübeck entwickelte Tool ist bahnbrechend und bietet hoffentlich noch vielen weiteren Städten und Kommunen die Möglichkeit, effizienter zu planen und umzusetzen.
Carsten Schütt, Projektleiter
Leistungen
- Übergeordnete Flächenanalyse bzgl. Einschränkungsgründe
- Potenzialberechnung für
- Groß-Luftwärmepumpen
- Erdwärmesondenfelder
- Solarthermiefelder
Besonderheiten
- Datenbank zur einfachen Identifikation von Potenzialflächen und relevanten Parametern & Ansprechpersonen
- Vollständig skriptbasierte Potenzialflächenanalyse
- Hohe Nachvollziehbarkeit
- Ganzheitlicher Betrachtungsansatz über Bedarf, Potenzial und Machbarkeit
© Auszüge aus Potenzialflächenanalyse: Hansestadt Lübeck