Der Energiebunker steht im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg und versorgt das Quartier mit erneuerbaren Energien. Jahrelang ein ungenutztes Relikt deutscher Geschichte, wurde der einstige Luftschutzbunker zum Energiebunker – einem lokalen Kraftwerk und herausragenden Symbol für nachhaltige Energieversorgung. Er verfügt über eine Solarthermieanlage, einen Wärmespeicher, eine Fassade aus Solarzellen und zwei BHKWs (Stand 2016). Averdung übernahm in den Jahren 2010-2016, im Auftrag des städtischen Energieversorgers Hamburg Energie, den späteren Hamburger Energiewerken, die Generalplanung für die Energie- und Netzinfrastruktur über alle Leistungsphasen.
Geschichte und Transformation des Energiebunkers Wilhelmsburg
Der Energiebunker Wilhelmsburg wurde während des Zweiten Weltkriegs als Luftschutzbunker errichtet. Nach Kriegsende wurde er von den britischen Alliierten teilweise gesprengt – das Innere zerstört, während die äußere Struktur mit ihren massiven Betonwänden erhalten blieb. Über Jahrzehnte hinweg blieb der Bau ungenutzt und verfiel zur Ruine.
Erst 2006 entstand im Rahmen der Internationalen Bauausstellung (IBA) Hamburg die Idee, den Bunker in ein lokales Kraftwerk für erneuerbare Energien umzuwandeln. Zwischen 2011 und 2015 wurde das Konzept umgesetzt: Der Bunker wurde technisch neu erschlossen und versorgt heute große Teile des Quartiers mit klimafreundlicher Wärme. Als sichtbares Zeichen für nachhaltige Stadtentwicklung ist er bis heute ein bekanntes Leuchtturmprojekt – weit über Hamburg hinaus.
die technischen komponenten des energiebunkers
Die Solare Hülle
Die „Solare Hülle“ des Bunkers besteht aus einer solarthermischen Anlage auf dem Bunkerdach und einer Photovoltaikanlage an der Südfassade, ergänzt durch alle notwendigen Komponenten. Die Solarthermieanlage speist vorrangig in den Pufferspeicher, während die PV-Anlage den Eigenbedarf des Bunkers deckt und überschüssigen Strom ins lokale Netz einspeist. Averdung Ingenieure & Berater übernahmen die Gesamtplanung der „Solaren Hülle“ sowie die technische Planung und Bauüberwachung des Netzanschlusses und die regelungstechnische Integration in das Gesamtkonzept.
Wärmenetze
Averdung übernahm die Planung und Errichtung eines regenerativen Wärmenetzes, welches sowohl private als auch gewerbliche Abnehmer mit Wärme versorgt. Der erste Bauabschnitt, das Wärmenetz „Weltquartier“, liefert Wärme aus dem Energiebunker Wilhelmsburg an eine sanierte Arbeitersiedlung. Drei weitere Netzabschnitte versorgen umliegende Viertel mit erneuerbarer Wärme. Diese Abschnitte verteilen die im Energiebunker erzeugte Wärme an gewerbliche Abnehmer, Sozialbauten und Mehrparteienwohnhäuser.
Energiezentrale und Grosswärmespeicher
Die Energiezentrale basiert auf regenerativen Quellen und sah im damaligen Planungsstand einen Wärmespeicher mit einem Volumen von 2 Millionen Litern vor. Mit einer vorgesehenen Erzeugerleistung von 7,7 MW sollte sie Solarthermie, ein BioMethan-BHKW, industrielle Abwärme sowie Erdgas-Spitzenlastkessel nutzen. Geplant war die Versorgung des Wärmenetzes ‚Weltquartier‘ mit einer Abnehmerleistung von 11,5 MW. Der Heißwasserspeicher war als zentrales Element des Bunkers vorgesehen und nahm den größten Teil des Innenraums ein.


2. Bauabschnitt: Energiezentrale BHKW

Im 2. Bauabschnitt des Projekts Energiebunker Hamburg Wilhelmsburg wurde ein Biogas-Blockheizkraftwerk (BHKW) installiert. Mit einer Leistung von 641 kWth (Kilowatt thermisch) und 511 kWel (Kilowatt elektrisch) wurde es dafür ausgelegt mithilfe von Biomethan Wärme für das umliegende Viertel zu produzieren.
Anmerkung: Das Konzept wurde in den letzten Jahren weiterentwickelt. Mehr zum aktuellen Stand erfahren sie auf der Website der Hamburger Energiewerke.
Leistungen
- Leistungsphasen 1-8 HOAI
- Unterstützung bei Projektentwicklung
- Unterstützung bei Projektsteuerung
- Fördermittelmanagement (EFRE)
Besonderheiten
- Projekt im Rahmen IBA
- Klimaschutz-Exzellenz Projekt
- Besondere Herausforderungen durch Denkmalschutz
- Herausforderungen durch undokumentierten Bestand
Beitragsbild: © hh Oldman/ Panoramio via Structurea.net. Vielen Dank!
