Der Landkreis Uelzen führt ihre berufsbildenden Schulen BBS I und BBS II an einem gemeinsamen Standort zusammen. Der entstehende Campus soll nicht nur moderne Bildungsstandards erfüllen, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für eine nachhaltige Wärmeversorgung darstellen. Zentraler Baustein ist die Versorgung mit nachhaltiger Wärme über ein Nahwärmenetz. Averdung Ingenieure & Berater GmbH wurde mit der Fach- und Generalplanung für die Energiezentrale, das Nahwärmenetz und ein geothermisches Erdsondenfeld beauftragt.
Hintergrund und Standortentscheidung
Nach einer umfassenden Analyse verschiedener Optionen entschied sich der Landkreis Uelzen im Jahr 2023 für die Zusammenlegung der Schulstandorte an der Wilhelm-Seedorf-Straße. Damit wurde nicht nur ein geeigneter Ort für einen gemeinsamen Bildungscampus gefunden, sondern auch die Grundlage für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung geschaffen.
Die Basis für diese Entscheidung hatte Averdung mit einem Energiekonzept inklusive Machbarkeitsstudie für ein Nahwärmenetz gelegt– es bildet die Grundlage für die nun erfolgte Fachplanung.
Vorgehen & Inhalt
Kern des Projekts ist die Umsetzung eines Nahwärmenetzes zur Versorgung des gesamten Campus mit regenerativ erzeugter Wärme. Die Anlagen sind in einer frei stehenden Energiezentrale untergebracht, deren Planung und Koordination Averdung im Rahmen der Generalplanung übernommen hat.
Ein wesentlicher Bestandteil ist ein geothermisches Erdsondenfeld mit 63 Sonden. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 487 kW nutzt die gespeicherte Erdwärme und deckt den überwiegenden Teil des Wärmebedarfs. Ergänzend kommt eine Power-to-Heat-Anlage mit 300 kWth zum Einsatz, die überschüssigen Strom aus erneuerbaren Quellen in Wärme umwandelt. Ein 200.000-Liter-Wärmespeicher sorgt für die nötige Flexibilität und ermöglicht eine netzdienliche Fahrweise der Anlagen.


Übersicht technische Highlights
- Geothermisches Erdsondenfeld mit 63 Sonden
- Sole-Wasser-Wärmepumpe (487 kW) zur Nutzung von Erd- und Umgebungswärme
- Power-to-Heat-Anlage (300 kWth) für regenerative Spitzenlastabdeckung
- Wärmespeicher mit 200 m³ zur Flexibilisierung der Wärmebereitstellung
- Frei stehende Energiezentrale mit zentraler Anlagensteuerung
Projektergebnis
Das Nahwärmenetz mit einer Trassenlänge von rund 560 Metern versorgt künftig alle Gebäude des Campus zuverlässig und umweltfreundlich. Die Kombination aus Geothermie, Wärmepumpe, Power-to-Heat und Wärmespeicher ermöglicht einen flexiblen, ressourcenschonenden und strommarktorientierten Betrieb. Das Projekt zeigt, wie moderne Ingenieurplanung zur erfolgreichen Umsetzung nachhaltiger Wärmeversorgungskonzepte beiträgt.
Leistungen
- Generalplanung für Energiezentrale und Wärmenetz
- Fachplanung der technischen Ausrüstung für Energiezentrale und Nahwärmenetz (HOAI Leistungsphasen 1 bis 4)
- Fachplanung des geothermischen Erdsondenfeldes einschließlich Erkundung durch Nachunternehmer
- Abstimmung mit Fördermittelgebern und Nachunternehmern
- Integration der Ergebnisse der vorangegangenen Machbarkeitsstudie
Besonderheiten
- Generalplanerleistungen für Energiezentrale, Wärmenetz und Geothermie
- Kombination von Luft- und Geothermie-Wärmepumpe mit 490 kW
- Integration eines 200.000-Liter-Wärmespeichers für netzdienlichen Betrieb
- Power-to-Heat als Spitzenlastanlage für maximale Flexibilität
Weitere Projekte für den Berufsschulcampus Uelzen
- Energiekonzept mit Nahwärmenetz
- Technische Gebäudeausrüstung für einen rezykliergerechten Neubau
Danke für das Beitragsbild: © ppp Architekten und Stadtplaner