Im neuen Hamburger Stadtteil Grasbrook wird die Energieversorgung von Beginn an konsequent auf Klimaschutz ausgerichtet. Nach einem europaweiten Vergabeverfahren hat die HafenCity Hamburg GmbH die Dienstleistungskonzession für die Wärmeversorgung sowie die geplante Kälteversorgung an die enercity Contracting Nord GmbH vergeben. Averdung Ingenieure & Berater hat dieses anspruchsvolle Konzessionsvergabeverfahren von der ersten Konzeption über die laufende fachliche Betreuung bis zur abschließenden Durchführung begleitet.
Strukturierte Konzessionsvergabe für komplexe Quartiersanforderungen
Auf den rund 47 Hektar großen ehemaligen Industrie- und Logistikflächen des Grasbrooks entstehen in den kommenden Jahren mindestens 3.000 Wohnungen und rund 16.000 Arbeitsplätze. Erste Bauvorhaben im Moldauhafenquartier sollen ab Herbst 2028 starten. Für ein Entwicklungsgebiet dieser Größenordnung musste die Energieversorgung technisch, wirtschaftlich und zeitlich eng auf den schrittweisen Aufwuchs der verschiedenen Quartiere abgestimmt werden.
Averdung hat für die Vergabe der Dienstleistungskonzession die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgearbeitet und in ein strukturiertes Ausschreibungsdesign überführt. Im Mittelpunkt standen dabei hohe Klimaschutzanforderungen, eine verlässliche Versorgung und wirtschaftlich attraktive Konditionen für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner sowie die ansässigen Unternehmen. Unser Team hat das Vergabeverfahren über sämtliche Phasen hinweg betreut, die Kommunikation und Verhandlungen mit den Bietern fachlich begleitet und die eingereichten Konzepte ausgewertet.
Über 90 Prozent erneuerbare Wärme und Abwärme ab Versorgungsstart
Das bezuschlagte Konzept von enercity sieht vor, den Grasbrook bereits zum Versorgungsstart im Moldauhafenquartier im Jahr 2031 mit mehr als 90 Prozent erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme zu beliefern. Damit übertrifft das Quartier schon zu Beginn die bundesweiten gesetzlichen Zielvorgaben für das Jahr 2040 deutlich. Möglich wird dieser Startvorteil durch die Anbindung an das bestehende Hamburger Wärmenetz von enercity, das bereits die östliche HafenCity und Rothenburgsort überwiegend mit industrieller Abwärme aus dem Werk der Aurubis AG versorgt.
Parallel zur Entwicklung des Stadtteils wächst die lokale Erzeugungsinfrastruktur modular mit. Geplant sind zusätzliche regenerative Erzeugungsanlagen außerhalb und später direkt innerhalb des Stadtteils, darunter Großwärmepumpen zur Nutzung von Luft und gegebenenfalls Abwasser sowie Biomethan zur Abdeckung von Bedarfsspitzen. Bis zum Jahr 2040 soll der Anteil aus erneuerbaren Energien und unvermeidbarer Abwärme auf 100 Prozent steigen.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des Konzessionsvergabeverfahrens ist die Grundlage für die klimafreundliche Versorgung eines der wichtigsten Hamburger Stadtentwicklungsprojekte geschaffen.
Wir freuen uns, dass wir diesen Prozess für den Grasbrook konzipieren und bis zur Vergabeentscheidung führen durften und setzten damit eine hamburgische Tradition fort. Die Averdung Unternehmensgruppe, zusammen mit unserer Schwesterfirma der MEGAWATT Ingenieurgesellschaft, hat die Wärmekonzessionsvergaben für die westliche und östliche Hafencity, für die neue Mitte Altona, die Wilhelmsburger Mitte sowie das Entwicklungsgebiet Fischbeker Reethen begleitet.
Danke für das Beitragsbild! Mit freundlicher Genehmigung der Hafencity Hamburg GmbH.